(n4p) - Die Antwort auf die hohen Benzinpreise
klingt erstaunlich simpel: 165 Kommunen in Nordrhein-Westfalen
setzen mit großem Erfolg ein System ein, das bei der Suche
nach Fahrgemeinschaften helfen soll - ein sogenanntes „Pendlernetz“.
Immer mehr Kreise und Städte folgen diesem Beispiel. Heute
startet das Pendlernetz in der Rhein-Main-Region.
„Mehr als eine Millionen Menschen müssen in der gesamten
Rhein-Main-Region zu ihrem Arbeitsplatz pendeln. Dabei sind die
Benzinpreise so hoch, dass viele von ihnen eine Fahrgemeinschaft
suchen,“ erklärt Martin Buske, Erfinder des Pendlernetzes
und Geschäftsführer der EuropeAlive Medien GmbH: „Die
Zahl der Berufspendler steigt überall in Deutschland –
wir rechnen deshalb fest damit, dass noch weitere Regionen ein
Pendlernetz einrichten werden.“
Die Idee des Systems ist einfach: Anders als gewöhnliche
Mitfahrzentralen bietet das Pendlernetz als Ziel- und Startpunkte
nicht nur Städte, sondern auch Stadtteile, Straßen
oder Firmen einer Region an, so dass Berufspendler ihre Routen
exakt eingeben und auch für kürzere Strecken einen Mitfahrer
finden können.
Das Projekt aus NRW hat sich enorm schnell in Deutschland ausgebreitet.
Im September 2000 wurde zunächst das Pilotprojekt in Bonn
und der Region Rhein-Sieg ins Leben gerufen. Die positiven Entwicklungen
dieses Versuches führten zu Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet.
Im Herbst 2002 entschieden sich die ersten Kreise und Städte
für den Einsatz des Systems.
Heute haben in Nordrhein-Westfalen mehr als 7,4 Millionen Menschen
die Möglichkeit, das Pendlernetz zu nutzen. Rund 10.000 Einträge
mit Fahrten oder Fahrtgesuchen aus ganz NRW sind auf dem Portal
www.nrw.pendlernetz.de
inzwischen verzeichnet.
In Stuttgart wird das Pendlernetz seit November 2002 von der Europäischen
Union gefördert und im Großraum Hamburg wird eine Einführung
derzeit geprüft - sie wird voraussichtlich zum Jahresende
2004 erfolgen, da eine unabhängige Expertenjury bescheinigte,
dass dem Pendlernetz ein innovatives Konzept mit überregionaler
und internationaler Ausstrahlungskraft zugrunde liege und es deshalb
zum „Leitprojekt für die Metropolregion Hamburg“
wählte. Mit grenznahen belgischen und niederländischen
Provinzen der Euregio Maas-Rhein wird noch über eine Ausdehnung
des Pendlernetzes verhandelt.


